Opti.me: One size does not fit all – ein Gastbeitrag von Deloitte

Deloitte verbindet in mehr als 150 Ländern herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und unterstützt Kunden bei der Lösung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen. Außerdem fördert die Deloitte Garage die Entwicklungen von innovativen Lösungen und Geschäftsmodellen. Exklusiv für den DK stellen Daniel Könnecke, Partner Deloitte, und Angela Schmitz-Axe, Senior Manager bei Deloitte Garage, in einem Gastbeitrag eine neue wissenschaftliche Methode vor, die die Zufriedenheit der Mitarbeiter gerade in der aktuellen Zeit optimiert und dem Unternehmen langfristig Kosten einspart.

Unser heutiger Arbeitsalltag ist durch hohen Zeitdruck geprägt und es bleibt nur wenig Zeit für Entspannung und Regeneration. Wir Deutsche fühlen uns zunehmend gestresst und geben die Arbeit als Hauptgrund dafür an. Folglich steigt seit Jahren die Anzahl der Krankschreibungen durch körperliche Beschwerden (z.B. Rücken- und Kopfschmerzen) und psychische Symptome. Das Resultat sind immer mehr Fehltage und erhöhte Kündigungsraten sowie zunehmende Fehlerquoten im Arbeitsalltag, wodurch steigende Kosten in Unternehmen verursacht werden.

Gesunde und zufriedene Mitarbeiter als Win-Win für Mitarbeiter und Unternehmen

Wenn man es schafft, die Gesundheit, das Wohlbefinden und damit auch die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhöhen, verbessert sich damit auch das Arbeitsklima. Arbeitnehmer sind zufriedener mit ihrem Job, engagieren sich mehr und sind produktiver, sie kündigen seltener und die Qualität der Arbeitsergebnisse steigt. Folglich steigt auch die Kundenzufriedenheit, was insgesamt zu einer verbesserten Unternehmensleistung und auch -wahrnehmung führt. Der Schlüssel zum Unternehmenserfolg liegt also auch in der Zufriedenheit der einzelnen Mitarbeiter.

Opti.me als ganzheitlicher Ansatz

Bei Maßnahmen zur Verbesserung der Mitarbeitergesundheit und -zufriedenheit greift ein One-Size-fits-all-Ansatz nicht weit genug. Online-Trainings oder Tagesworkshops, die erklären, wie man mit Stress umgeht, sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber als alleinige Vorgehensweise nicht unbedingt zielführend, wenn es darum geht, dem einzelnen Mitarbeiter nachhaltig zu helfen. Maßnahmen müssen auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnitten werden, wenn sie Erfolg zeigen sollen. Opti.me macht das möglich.

Psyche und Körper werden oft separat betrachtet, dabei bilden sie eigentlich eine Einheit. Der Opti.me-Ansatz kombiniert beide für eine ganzheitliche Betrachtung und individuelle Maßnahmen: ein Ansatz, mit dem Mitarbeitergesundheit und -zufriedenheit messbar und beeinflussbar werden.

Needsphere.Personality – die eigenen Stressoren und Bedürfnisse verstehen

Den Großteil unserer Entscheidungen treffen wir, ohne bewusst darüber nachzudenken oder Risiken der Entscheidung rational abzuwägen. Es sind vor allem unsere Bedürfnisse, die unser Verhalten und unsere Entscheidungen prägen. Welche Bedürfnisse das sind, ist individuell unterschiedlich und hängt auch von unserer Kultur und Erziehung ab. Neben zu starker körperlicher Belastung, wie z.B. durch zu viel Sport oder Krankheiten, entsteht Stress, wenn über einen längeren Zeitraum unsere Bedürfnisse und die Anforderungen an uns durch unser Umfeld nicht zusammenpassen. Unsere Bedürfnisse sind uns bewusst, allerdings nicht vollends zugänglich. Das macht es uns schwer, unsere tatsächliche Motivation und Stressoren zu verstehen. Würde man diese direkt abfragen, bekäme man unter Umständen verzerrte Ergebnisse, da wir – teilweise auch unbewusst – dazu tendieren, die sozial erwünschte Antwort anzugeben. Würde man beispielsweise Menschen danach befragen, warum sie eine höhere Position anstreben, würden sie als Motivation eher „Karrieremöglichkeit“ oder „Gehalt“ nennen. Nur die wenigsten würden wahrscheinlich ein sozial weniger akzeptiertes Bedürfnis wie „Status“ oder „Macht“ angeben.

Die Ausprägung der Bedürfnisse ist individuell und von Person zu Person verschieden. Während für den einen Autonomie einen sehr hohen Stellenwert hat und er daher gestresst reagiert, wenn er in seiner Freiheit eingeschränkt wird, löst bei einer anderen Person z.B. das Nichteinhalten von Prozessen und Terminen Stress aus.

Mithilfe der von Deloitte entwickelten Needsphere.Personality lassen sich innerhalb von fünf Minuten die eigenen unbewussten Bedürfnisse und Stressoren ermitteln.

Sind uns unsere persönlichen Bedürfnisse bewusst, können wir Entscheidungen rationaler und im Einklang mit diesen treffen und das Wissen nutzen, um uns selbst stärker zu motivieren und Konfliktsituationen meistern. Wir können Wertkonflikte, die Ursache von Stress sind, vermeiden, um so langfristig stressfreier, produktiver und zufriedener zu werden. In Konfliktsituationen hilft uns das Verständnis über unsere persönlichen Bedürfnisse dabei, unser eigenes Verhalten zu verstehen und es damit besser kontrollieren zu können. Dies reduziert nicht nur Stress, sondern steigert unsere Motivation, Zufriedenheit und Produktivität langfristig. So lassen sich nachhaltig Verhaltensänderungen erzielen sowie das Konfliktpotenzial in der Zusammenarbeit mit anderen reduzieren.

Physiologisch – die körperliche Komponente

Zusätzlich zur Bedürfnisanalyse mittels Needsphere.Personality ermöglichen Messung und Auswertung individueller physiologischer Daten wie Anzahl der gelaufenen Schritte pro Tag, Anzahl Stunden Schlaf pro Nacht, Schlafqualität, Pulswerte etc. die gezielte Ableitung und Kontrolle von individuellen Maßnahmen zum nachhaltigen Stressabbau. Durch Bewegung werden beispielsweise das Stresshormon Cortisol abgebaut, die Stressresistenz erhöht und die Konzentrationsfähigkeit verbessert. Individuelle Handlungsempfehlungen wie z.B. die Einhaltung regelmäßiger Pausen, ein Bewegungsziel pro Woche oder Tag, Veränderungen in der Schlafroutine etc. können so bei kontinuierlicher Messung über einen längeren Zeitraum auf ihre Wirksamkeit hinsichtlich der Verbesserung der Mitarbeitergesundheit überprüft werden. Der Effekt für die einzelne Person ist so direkt innerhalb kurzer Zeit sichtbar. Teamworkshops, in denen die Entstehung von Stress und die Wirkungsweise verschiedener Maßnahmen wissenschaftlich erklärt werden sowie Verständnis von unterschiedlichen Bedürfnisprofilen vermittelt wird, unterstützen den Erfolg.

Der Opti.me-Ansatz von Deloitte bietet ein innovatives Toolset für die Gestaltung individueller Maßnahmen für jeden Einzelnen: ein neurowissenschaftlich fundierter, ganzheitlicher und messbarer Ansatz zur Verbesserung von Mitarbeitergesundheit und -zufriedenheit mit vielfältigen modularen Anwendungsmöglichkeiten.

Aus individuellen Insights wird ein Kulturwandel des Unternehmens: Opti.me in der Anwendung

Der beste Nachweis für die Wirksamkeit eines Konzepts sind reale Erfolgsbeispiele. So hat beispielsweise ein Mitarbeiter seine Sportaktivität grundsätzlich von 21 Uhr auf den frühen Abend vorverlegt. Aus der Analyse war ersichtlich geworden, dass zu späte Kardioaktivitäten – also sportliche Belastung – bei ihm dazu geführt hatten, dass sich die Einschlafzeit nach hinten verschoben hatte und dadurch die Tiefschlafphasen beeinträchtigt worden waren. Insgesamt war hierdurch seine Stressverarbeitung am Folgetag negativ beeinflusst worden. Bei einem anderen Mitarbeiter hatte Autofahren bei gleichzeitiger Teilnahme an einer Telefonkonferenz sehr hohe Stressausschläge angezeigt, er versuchte daher, die Telefonzeit am Steuer zu reduzieren. Bei vielen Teilnehmern zeigte sich, dass ein Verzicht auf kurze Pausen während des Arbeitstags eher kontraproduktiv ist und zulasten der Konzentrationsfähigkeit geht. Mehrere kurze Pausen hätten in Summe zu mehr produktiver Arbeitszeit geführt. – Alle Maßnahmen werden den einzelnen Mitarbeitern anonymisiert vorgeschlagen.

Insgesamt zeigt sich, dass sich schon durch teilweise kleine individuelle Veränderungen und ein besseres Verständnis der eigenen Bedürfnisse das Wohlbefinden, der Gesundheitszustand, aber auch die Stressverarbeitung der Mitarbeiter messbar verbessern können.

Leadership – Kultur verändern und Potenziale heben

Gerade auf Führungskraftebene ist ein Verständnis über die eigenen Bedürfnisse und wie Stress entsteht relevant, um einen Kulturwandel anzustoßen und dadurch das Stresslevel im Team zu minimieren, Konflikte zu lösen und langfristig erfolgreich zu sein. Die individuelle Gestaltung des Arbeitsalltags z.B. mit integrierten Pausen und Sporteinheiten, die das Stresslevel nachhaltig senken und die Konzentrationsfähigkeit erhöhen, eröffnet Chancen, die Teamleistung zu steigern und Probleme wie krankheitsbedingte Fehlzeiten, Unzufriedenheit und Kündigungen bei der Wurzel zu packen, Kosten zu sparen und sich – ganz nebenbei – neu zu erfinden.

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