Nicht lang schnacken – Warum die Pandemie uns einen Spiegel vorgehalten hat!

Ein Gastbeitrag von Simone Merfeld, Geschäftsführung bei iKnow.Konzept.

Digitale Transformation hin oder her – die Pandemie hat uns gezeigt, wo der Hammer hängt. Und zwar deutlich. Es gab zunächst nur noch ein Motto „Retten, was zu retten ist“. Marketing- und Kommunikationsbudget: gekürzt oder gar eingestampft! Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt oder gar entlassen! Events jeder Art – verschoben, kurzfristig auf letzter Minute digitalisiert oder gar abgesagt! (Innovations)Projekte auf die Wartebank gestellt uvw.

Von jetzt auf gleich mussten wir alle umdenken, virtuelle Meetings abhalten und Home-Office betreiben! Was vielen Arbeitgebern vorher ein Grauen war, wurde nun Pflicht für alle! Doch genau an diesem Punkt haben alle gesehen, wo die Prioritäten in den Unternehmen liegen. In der Krise zeigt sich der „wahre Charakter“ von Führung, digital Leadership und Unternehmertum.

In meiner Branche – der Konzeptionierung von Business Events rund um Digitalisierung – ging es heiß her. Von Langeweile keine Rede. Kurzfristig haben wir gemeinsam mit einigen Kunden digitale Event-Konzepte neu aufgesetzt und innerhalb sehr kurzer Zeit umgesetzt. Das Gute daran: Alle Stakeholder und Business-Experten waren recht schnell erreichbar, da alle „nur“ im Home-Office saßen.

Das Event-Business hat stark gelitten und wir haben aus der Not eine Tugend gemacht. So eben mal schnell eine Event-Konzept zu digitalisieren hört sich nach „Live-Streaming“ und On-Demand Videos recht einfach an. Jedoch kann man Live-Events nicht 1:1 ins Digitale übertragen. Die technische Umsetzung war nicht so einfach wie gedacht, Formate kurzweilig und unterhaltsam aufzusetzen erfordert Akribie und das Briefing der Referenten ein hohes Maß an Detailverliebtheit.

Mit der Vogel Communications Group haben wir unser großes Business-Netzwerk und Event „The Future Code“ als Hybrid-Event mit TV-Studio Charakter in nur 4 Wochen umgebaut. Es war eine einmalige Erfahrung und im Juni waren bereits über 60% der Referenten im Studio vor Ort und die restlichen Speaker „remote“ zugeschaltet. Für viele C-Level Speaker war auch die reine Ansprache in die Kamera ohne Feedback aus dem Publikum eine neue Erfahrung. Mit sogenannten „break-out rooms“ haben wir die Teilnehmer mit den Speakern zusammengebracht, um Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Live-Votings, Umfragen und Chats haben die Teilnehmerbeteiligung angeregt. Mit über 500 vorregistrierten Teilnehmern und rund 430 Logins an beiden Tagen sowie einer Durchschnittsquote von über 100 Teilnehmern pro Vortragssession war The Future Code ein großer Erfolg. Mehr zu digitalen Events in einem Interview mit kresspro in der Ausgabe 05/2020 https://kress.de/pro.html.

Die erste Welle der digitalen Events ist vorbei und viele digitale Lösungen waren sicherlich nicht optimal aufgesetzt aufgrund der Kurzfristigkeit. Hybride Lösungen für Events mit neuen Geschäftsmodellen sollen entstehen und neue Umsatzpotentiale bringen. Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt! Wir haben enorm viel aus den letzten 4 Monaten gelernt. Diese Learnings jetzt zügig für die nächste „hybride“ Event-Welle mitzunehmen ist unsere Aufgabe.

Eines ist auf jeden Fall stark erkennbar: Digitale Medien wie Podcasts, ePapers und Bewegtbild sind stärker genutzt worden als vor der Corona-Krise und unsere Wohnungen sind aufgeräumter als je zuvor.

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