Deutsches Umweltbundesamt hält E-Scooter für umweltschädlicher als Fahrräder

Sie sollen die Mobilität und den Verkehr in urbanen Räumen grüner machen, laut Umweltbundesamt sei aber genau das Gegenteil der Fall. Der ökologische Vorteil von E-Scootern bleibe in Innenstädten auf der Strecke.

Umweltbundesamt-Präsidentin Maria Krautzberger sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die gefahrenen Strecken der E-Scooter meist sehr kurz seien und genauso gut auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Fahrrad bewältigt werden könnten. Demnach wäre das Fahrrad im Vergleich wesentlich umweltfreundlicher. Krautzberger ist der Ansicht, dass es hilfreicher wäre, wenn Scooter-Anbieter die Fahrzeuge in Außenbezirken aufstellen würden. „Hier kann es durchaus sinnvoll sein, die zu lange Strecke zu Bus oder Bahn schnell mit dem E-Scooter anstatt mit dem Auto zu überbrücken“, sagte Krautzberger. Im Papier der Behörde heißt es aber auch, dass die Bedeutsamkeit des Themas E-Scooter und ihrer Nachhaltigkeit „nicht überbewertet werden“ solle.

 

85 PROZENT WÄREN ZU FUSS GEGANGE

In Berlin kommen laut UBA derzeit rund 270 Autos auf einen E-Scooter (Stand: Juli 2019). Konkrete Studien darüber, für welche Wege E-Scooter genau genutzt würden und ob sie Pkw oder Motorräder ersetzten, lägen bisher für Deutschland nicht vor, heißt es weiter. Erste Zahlen aus Berlin ließen aber vermuten, dass die Wege im Schnitt etwa zwei Kilometer lang seien. Eine weitere Umfrage in Paris habe zudem, ergeben, dass 85 Prozent der Nutzer ohne Roller zu Fuß gegangen wären, öffentlichen Nahverkehr oder das Rad genutzt hätten. Das war aber nicht der eigentliche Sinn, der mit den smarten Flitzern bezweckt werden sollte.

 

DAS AUTO BLEIBT DAS GRÖSSTE PROBLE

Trotz der schlechten Bilanz für die E-Roller bleibt in Städten nach wie vor das Auto das größte Umweltproblem, so die UBA-Präsidentin. Das bezieht sich sowohl auf die abgegebenen Schadstoffe als auch auf den erzeugten Lärm, der von den Fahrzeugen ausgeht. Ein möglicher Lösungsansatz könnte eine Reduzierung der verfügbaren Stellplätze in städtischen Räumen sein. Auf diese Weise könnte zugleich mehr Platz für Rad-und Fußwege geschaffen werden. Mit gutem Beispiel voran geht hier die Niederlande. Gerade erst wurde in Utrecht das größte Fahrradparkhaus der Welt eröffnet – mit 12.500 Stellplätzen auf drei Etagen.

 

Bild: Thomas Wolter auf Pixabay

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