Select Page

DK Talk: mit Christiane Lingen von achtung! Alive

Workshops, Brainstormings und Impulssessions helfen dabei, neue Ideen zu generieren, für Inspirationen zu sorgen, Strategien zu entwickeln und Arbeitsergebnisse zu verbessern. Insbesondere in der aktuellen Zeit können sie auch virtuell einen wertvollen Beitrag leisten. Das ist das Spezialgebiet von Christiane Lingen, Innovation Strategist bei achtung! Alive. Lest hier, wie ihre Trendforschung, außergewöhnliche Workshopformate und moderne Arbeitsmethoden in der Strategieentwicklung  Marken dabei helfen, Innovationen zu identifizieren sowie Kommunikation und Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln.

Wie geht ihr bei achtung! Alive mit der aktuellen Situation um? 

Aufgrund der Corona-Krise haben sich in relativ kurzer Zeit die Umstände um uns herum massiv geändert. Uns war daher wichtig in der jetzigen Situation Strukturen zu haben, die im Arbeitsalltag zeitliche wie inhaltliche Orientierung geben. Bei uns im Team gab es trotz aller Veränderungen eine wiederkehrende Tages- und Kommunkationsstruktur; z.B. einen täglichen Guten-Morgen- und Feierabend-Call sowie ein digitales Scrum-Board.

Insgesamt haben wir die Situation mit einer guten Mischung aus Ernsthaftigkeit und aufmerksamer Gelassenheit gemeistert: Ernsthaftigkeit, um Vorsichtsmaßnahmen gewissenhaft umzusetzen und Gelassenheit, um generell zusätzlichen Stress im Kopf oder unnötige Angst zu vermeiden; auch um sich gedanklich nicht ständig um die Krisensituation zu drehen, sondern von dem Thema auch einmal Abstand nehmen zu können.

Wie habt ihr es weiterhin geschafft, Kreativität und Innovation bei euch entstehen zu lassen? 

Gute Ideen entstehen in einer guten Atmosphäre. Daher versuchen wir in jeglichen Situationen stets Offenheit und positive Stimmung im Team beizubehalten. Weiterhin gibt’s bei uns generell ein hohes Maß an Neugier und Interesse an ungewöhnlichen Ideen, Themen und Lösungen sowie Motivation diese Themen auch proaktiv weiterzuverfolgen und ins Team einzubringen. Zusätzlich ist für Kreativität und Innovation aber auch Effizienz in den anderen Aufgaben und Strukturen wichtig; Nur wenn ich mir entspannte Freiräume erarbeite und die Strukturierung der Projekte dies mit einbezieht, habe ich Luft und Raum mich auch mal in neues einzuarbeiten. In diesen Freiräumen testen und experimentieren wir gerne mit neuen Methoden, so haben wir ein relativ großes Spektrum aufgebaut, auf das wir bei Bedarf zurückgreifen können – dies alles hat durch die Corona-Zeit geholfen; denn wir konnten uns sehr schnell vom Kopf wie von unseren Arbeitsstrukturen in neue Lösungen eindenken und auf neue Methoden umstellen.

Wie hat sich die Zusammenarbeit in Zeiten von Corona verändern?

Die Zusammenarbeit ist noch digitaler geworden, vor allem videobasierter. Neben den rein technischen Komponenten der Zusammenarbeit finde ich aber die Veränderungen der Arbeitskultur viel spannender, denn die Arbeitskultur ist vertrauensbasierter und zielorientierter geworden. Dadurch dass jeder im Home Office ist, bedeutet dies natürlich auch einen gewissen Kontrollverlust – man weiß nicht, was jeder genau macht und es wird der Fokus rein auf das Arbeitsergebnis gelegt. Wenn das Ergebnis stimmt, interessiert es keinen, wenn ich zwischendurch eine Waschmaschine einräume oder mit meinem Laptop auf dem Balkon sitze. Zusätzlich ist die Kommunikation untereinander zwar digitaler, aber gerade durch Video auf eine besondere Art doch irgendwie persönlicher geworden, denn ich blicke plötzlich in Wohnzimmer, Küchen oder auf den Balkon von Kollegen oder sogar Kunden. Die Übergänge von der Arbeit ins Private sind insgesamt einfach fließender geworden; was Vor- und Nachteil zu gleich sein kann. Zum einen spart dieser Übergang uns allen unglaublich viel Zeit, wenn zwischen Home Office und Feierabend nur 3 Schritte liegen. Zum anderen erschwert er aber auch, gedanklich und räumlich Distanz zu Themen zu schaffen.

Habt ihr neue Lösungsansätze/Ideen aufgrund der aktuellen Lage entwickelt?

In der Arbeitsstruktur haben wir vermehrt vor allem auf Kundenseite virtuelle Workshoplösungen integriert und unsere Methoden generell noch interaktiver gestaltet. Insgesamt würde ich sagen, dass wir in Lösungen generell spontaner, flexibler und sogar pragmatischer geworden sind. Da teilweise recht kurzfristig Herausforderungen aufkamen, für die niemand eine Patentlösung hatte, wurde einfach hands-on und eigenverantwortlich schnell umgesetzt, was im Moment gerade sinnvoll war. Auch sind unsere Lösungen sicherlich mehrschichtiger geworden; statt linear mit einem Einzelszenario zu planen, haben wir häufig Backups, Plan B oder mögliche Alternativen strategisch durchgespielt. Denn viele Zukunftstrends, die vorher gesetzt schienen, wurden durch Corona relativiert, entwickeln sich nun in andere Richtungen oder sind sogar ganz umgekehrt; wie z.B. das ganze Thema Urbanization. Diese Veränderungen müssen wir in unseren Strategien nun stets mitdenken.

Was vermisst ihr aktuell am meisten?

Am meisten vermisse ich Unbeschwertheit und Spontanität – ob im eigenen Umfeld, in der Freizeitgestaltung oder auch einfach im Stadtbild. Generell ist vor allem das Thema Inspiration im Home Office und zu Corona-Zeiten eine Herausforderung, da einfach neue Ereignisse und Eindrücke fehlen; es kommt schneller Monotonie auf. Insgesamt fehlt im Arbeitsalltag auch die gemeinsame „Schwarmintelligenz“, einfach dieser spontane Austausch an der Kaffeemaschine, der einen unbeabsichtigt plötzlich auf eine gute Idee bringt.

Welche Learnings habt ihr gezogen? 

Die Corona-Zeit hat beruflich wie privat eine gewisse Entschleunigung etabliert. Man hat z.B. mehr gekocht, mehr Sport getrieben, Treffen mit Freunden oder generell Freundschaften mehr wertgeschätzt und gemerkt, dass ein Videocall auch mal eine Businessreise ersetzt etc. – diese positiven Aspekte möchten wir auch gern nach Corona beibehalten und fest in die „neue Normalität“ integrieren. Zusätzlich ist Corona in vielen Bereichen und Branchen Treiber und Beschleuniger für Innovationen gewesen. Wenn es um die Bewältigung von Krisen geht, werden Menschen und scheinbar auch Unternehmen mutiger, wagen Neues. Ich hoffe, dass wir alle als Learning mitnehmen, dass es sich auszahlt, offener und proaktiver gegenüber Innovationen und neuen Lösungswegen zu sein.

Was möchtet ihr auch nach der akuten Krise weiter beibehalten?

Durch Home Office lernt man eine ganz neue Flexibilität und Spontanität in seiner Zeit- und Tagesplanung kennen; vieles wird zeitsparender und effizienter. Dies würde ich gern auch in der zukünftigen Arbeitsplanung beibehalten. Weiterhin hat die gesamte Situation aber auch neben den strukturellen Learnings auch emotional noch einmal Dankbarkeit und Wertschätzung gesteigert; sei es nun für die inspirierende Atmosphäre in unseren Büro-Räumlichkeiten, einen guten Team-Spirit oder die Möglichkeit moderne Arbeitsweisen zu nutzen. Denn dass wir unseren Arbeitsalltag durch die schon bestehenden Voraussetzungen so schnell an die Umstände adaptieren konnten, hat uns auch auf persönlicher Ebene den Umgang mit der Krise und den Umgang damit erleichtert.

Zum Abschluss: Wie lautet eure Message an unsere DK-Community?

Die Corona-Krise hat gezeigt: Menschen brauchen und möchten einfach inspirierende Ereignisse, Gemeinschaftserlebnisse und wertvolle soziale Kontakte; ob digital oder real, denn in unseren Grundbedürfnissen sind wir alle meistens gleich. Statt in Kanälen, Formaten und Einzelaktionen zu denken, kommt es jetzt noch mehr darauf an, die Menschen direkt bei ihren Bedürfnissen abzuholen und diese in ein nachhaltiges, mehrwertiges Erlebnis zu übersetzen – bei dem Marken als Enabler agieren, aber nicht im Fokus der Kommunikation stehen.

 

Das könnte Dich auch interessieren…

Copy link
Powered by Social Snap