DK Talk: mit Jens Kretschmann von Mercury.ai

Mercury.ai ist der einfachste Weg, intuitive Chatbots zu bauen. Die Mission des Unternehmens: Eine Software zur Verfügung zu stellen, die eine natürlich anmutende Konversation ermöglicht und bei Problemen und Fragen hilft. Viele Menschen erkennen schon seit längeren die Vorteile von Voice-Interfaces, die durch Corona sogar noch ansteigen. Co-Founder, Jens Kretschmann, erzählt uns im DK Talk, wie Teamarbeit aus dem Home-Office funktioniert und wieso er jetzt anfängt, seine Einrichtung im Büro neu zu überdenken.

Wie geht ihr mit der aktuellen Situation um?

Alle sind sehr umsichtig – jede/r unserer Mitarbeiter/innen achtet auf sich und betrachtet die derzeitige Quarantäne als Schutz für sich selbst und weniger als Einschränkung. Wir entwickeln Software (as a Service) – für uns „Nerds“ ist das eigentlich der Idealzustand. Wir sitzen ungestört am Rechner, tragen bequeme Klamotten und müssen das Haus nicht verlassen. Aber im Ernst: Corona ist allgegenwärtig. Das Thema spukt einem permanent im Kopf herum und jeder macht sich seine Gedanken. Im Grunde ist man schon infiziert, selbst wenn man das Virus gar nicht hat. Damit muss man umgehen. Auch und besonders im Arbeitsalltag.

Was möchtet ihr in Zeiten von Corona verändern?  

Wir wollten ja schon vor Corona etwas verändern. Die Nutzung von Messaging Dienste und Voice-Interfaces erleben ja schon seit langem steigende Nutzerzahlen. Die Leute lieben es und erkennen die Vorteile, die durch Corona sogar noch wachsen.

Unsere Mission ist, dass Menschen mit guten Conversational Agents interagieren können, die ihnen bei Problemen und Fragen helfen. Und zwar vom Anfang bis zum Ende und für jedes erdenkliche Szenario. Dabei automatisieren unsere Kunden gleichzeitig ihre bestehenden Prozesse. Das Ziel hat sich nicht verändert. Corona nimmt aber gerade massiv Einfluss auf Unternehmen, die jetzt mit einem erhöhten Aufkommen von Anfragen zurechtkommen müssen. Für die bieten wir einen Schnelleinstieg mit speziellen Angeboten. Wir können schnell helfen und spürbar für Entlastung sorgen.

Habt ihr Tech-Lösungen für die aktuelle Lage parat?

Ja, unsere eigene Lösung, die wir nutzen, um bspw. unser CRM zu füllen, oder neue User beim Onboarding zu unterstützen. Des Weiteren nutzen wir eine Vielzahl von Apps, die unsere Arbeitsabläufe rationalisieren. Wir nutzen Apps einfach für alles. Für Projekte und Organisation, für Produktentwicklung und Dokumentation, für Content und Website, für CRM und Sales. Das Beste: alles greift wie ein Uhrwerk ineinander. Ein potentieller Kunde, der eine Demo über die Website bucht kommt mit mindestens vier Apps in Berührung, bevor wir überhaupt miteinander sprechen. Wenn irgendwo ein Trigger ausgelöst wird, startet eine Kettenreaktion, die letztendlich auf Slack zusammenläuft, automatisiert natürlich. So werden alle gleichzeitig und umfassend informiert, anschließend gucken wir gemeinsam, wie die nächsten Schritte aussehen.

Wie ist es für euch aus dem Home-Office zu arbeiten? Klappt alles?

Wir lieben Teamarbeit. Treffen uns also gerne in unseren Räumlichkeiten in einem CoWorking Space. Trotzdem haben wir mit gesundem Menschenverstand recht schnell beschlossen, dass wir kollektiv ins Home-Office gehen. Eine große Umstellung war das aber nicht. Lange bevor es unseren Namen, geschweige denn die Firma gab hatten wir bereits einen Slack Channel – den Backbone unseres Unternehmens. Die gesamte Kommunikation läuft seit jeher über diesen Kanal.

Wir haben also schon vor unserer Gründung eine Infrastruktur geschaffen, die es uns ermöglicht von überall auf der Welt zu kommunizieren, auf Daten zuzugreifen und Prozesse im Auge zu behalten. Da macht das eigene Zuhause keine Ausnahme. Das war aber keine Entscheidung, die wir irgendwann treffen mussten. Unsere Plattform selbst ist ja ebenfalls ein Cloud Service, dessen Features und Funktionalitäten sich von überall und in Echtzeit durch die API aktualisieren lassen. So zu sein steckt tief in unserer DNA.

Aber es gibt etwas, was wir für uns entdeckt haben: Videocalls – klingt banal und in der jetzigen Situation ist das sicher nicht überraschend. Vor Corona haben wir uns alle fast täglich gesehen und Kunden meist persönlich besucht. Jetzt achten wir bei Calls darauf, dass die Kamera an ist. Es ist einfach sympathischer und vertrauensvoller, wenn man sich nicht nur hört, sondern in die Augen guckt und auch mal die ein oder andere Mimik deuten kann. Interessant ist zu sehen wie sich Gesprächspartner ihre Arbeitsplätze zuhause eingerichtet haben. Einer sitzt im begehbaren Kleiderschrank, ich selber in der Küche – mit dem ganzen technischen Equipment aus dem Büro. Wenn ich könnte würde ich mir mein richtiges Büro genauso einrichten…in der Nähe des Kühlschranks. Nebengeräusche von Kindern, dem Partner oder wenn der Postbote klingelt, stören übrigens keinen. Das ist einfach so und macht es menschlich.

Zum Abschluss: Wie lautet eure Message an unsere DK-Community?

Man kann es nicht oft genug sagen. Achtet auf euch und euer Umfeld. Bleibt gesund. Das gilt für jeden. Der Community sage ich: bleibt zuversichtlich. Wir erleben derzeit keine Dotcom-Pleite, in der alles infrage gestellt wird. Technologie ist und bleibt ein Motor für Wachstum und die Gestaltung der Zukunft. Es gibt ja jetzt schon Gewinner wie “Slack” und “Zoom” und in der Vergangenheit sehen wir außerdem, dass einige der erfolgreichsten Unternehmen in Krisen gegründet wurden, u.a. AirBnB und Facebook – schon etwas länger her – Microsoft. Die Economy drückt gerade den Reboot-Button, nicht Delete.

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