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Der Kiosk wird digital



Wer kauft heutzutage noch Magazine am Kiosk? Der Trend zum Online-Lesen verändert in Spanien gerade das Geschäft und immer häufiger müssen Kioskbesitzer ihren Verkaufsstand schließen. Einige Verkäufer gehen allerdings mit der Zeit.

Zeitungskioske haben schon eine lange Tradition und hatten immer ein wenig das Image einer sozialen Institution – vor allem in Spanien. Morgens kurz zum Kiosk um die Ecke, Zeitung kaufen, nett mit dem Kioskbetreiber plaudern und die neuesten Nachrichten aus dem Viertel aufschnappen. Allein in Spaniens Hauptstadt gab es vor sieben Jahren noch rund 800 Kioske. Inzwischen sind es vielleicht noch 380. Zurückzuführen ist das auf den digitalen Wandel.

 

Erster Digital-Kiosk in Madrid

Der spanische Kioskberater Pablo Montorio will die Presse-Kioske vorm Aussterben retten und geht deshalb mit dem Wandel. In seinem Laden in Madrid verkauft er jetzt Online-Abos. Da, wo vorher Ständer mit Zeitungen und Magazinen standen, hängen heute große Flachbildschirme und zeigen die Titelseiten der größten spanischen Zeitschriften. Der Preis für eine Online-Tageszeitung im PDF-Format liegt bei 25 Cent pro Ausgabe. Zum Vergleich: Die Printversion kostet derzeit 1,20 Euro. Da die meisten spanischen Zeitungen ihre Artikel gratis auf ihrer Website anbieten, kaufen die Spanier immer seltener ein gedrucktes Exemplar. Allein die Print-Ausgabe von El Español verlor in den letzten 10 Jahren über 60% ihrer Leserschaft.

 

Lohnt sich das Geschäft mit den Digital-Abos?

Laut Digital-Kioskbetreiber Montorio erkundigen sich täglich 80 bis 90 Kunden nach den Online-Abos, wirklich abschließen tun aber nur in etwa zehn pro Tag. Dennoch lohnt sich das Geschäft, denn es geht nicht bloß um den Absatz. Kioskbesitzer erhalten auch Geld dafür, dass sie die Online-Abos prominent bewerben – ähnlich wie eine Werbetafel. Zusätzlich werden mittlerweile auch Snacks, Getränke, Souvenirs oder Tickets für Stadtrundfahrten usw. verkauft, um sich finanziell über Wasser zu halten. Den Zeitungsverkauf komplett aufzugeben, ist keine Option. Schließlich ist das die Bedingung für die Genehmigung durch die Stadt und nicht zuletzt natürlich dann auch die eines Kiosks. Mal sehen, ob sich das Zukunftskonzept durchsetzt und langfristig als Paradebeispiel für andere Kioske dienen kann – vielleicht ja sogar auch in Deutschland.



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