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So tickt die deutsche Start-up-Szene



Brexit, Handelskrieg und anhaltende Nullzinsen können der deutschen Gründerszene die gute Laune nicht verderben. Das geht aus dem aktuellen Startup Monitor 2019 hervor. Die wichtigsten Erkenntnisse der jährlichen Umfrage haben wir hier für euch zusammengefasst. 

Als die aktuelle Bundesregierung ihren Koalitionsvertrag schloss, versprachen die Parteien eine Vielzahl an Maßnahmen zur Entlastung von Gründerinnen und Gründern. Der Startup Monitor 2019  macht einmal deutlich, dass bislang kaum Maßnahmen umgesetzt wurden. Dennoch genießt die Gründerszene hierzulande nach wie vor ein hohes Ansehen. Bundesminister Altmaier sagte beispielsweise, dass Start-ups eine hohe strategische Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland hätten, Innovationen vorangebracht und Arbeitsplätze der Zukunft geschaffen würden. 

 

Über 2.000 Jungunternehmer befragt

Der deutsche Startup Monitor wurde dieses Jahr bereits zum siebten Mal vom Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) durchgeführt. Unterm Strich seien die Ergebnisse zum Teil überraschend. Trotz Rezession sehen die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer positiv in die Zukunft. Dafür spricht unter anderem auch die Zahl neuer Arbeitzplätze in Start-ups. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die durchschnittliche Mitarbeiterzahl von 12,3 auf 13,3 Personen. Im nächsten Jahr im Schnitt rund acht neue Mitarbeiter einstellen. Insgesamt will die Gründerszene 14.000 neue Jobs schaffen. Vor allem in Gründer-Hochburgen wie Berlin und München ist mit vielen Jobangeboten zu rechnen.   

 

Die Gründerszene wählt grün

Ebenfalls positiv entwickelte sich erneut die Zahl der Gründerinnen. Bereits zum fünften Mal in Folge stieg der Anteil und liegt nun bei 15,7 Prozent – allerdings ist hier noch viel Luft nach oben und viel Spielraum für noch offenere Unternehmenskulturen.

Außerdem gewinnt das Thema Nachhaltigkeit weiterhin an Bedeutung und wird zunehmend zu einem zentralen Eckpfeiler der jungen Technologiebranche. Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Greta-Effekt. Laut Startup-Monitor 2019 ordnen sich bereits über 36 Prozent der Start-ups der Green Economy bzw. dem Bereich Social Entrepreneurship zu. Hinzu kommt, dass die meisten Gründer auch grün wählen und sich nicht selten aktive für Umweltschutz einsetzen. 

 

Gefragte Talente langfristig binden

Eine weitere Erkenntnis, die aus dem Startup Monitor 2019 hervorgeht, ist die gesteigerte Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern. Fast die Hälfte aller befragten Start-ups (48,2 Prozent) sehen Mitarbeiterbeteiligungen als ideales Mittel, um gefragte Talente langfristig zu binden und gleichzeitig am finanziellen Erfolg teilhaben zu lassen. Häufig gilt das Angebot jedoch ausschließlich für Mitarbeiter in Führungspositionen. 

 

Bürokratische Hürden weiterhin ein Hindernis

Trotz guter Aussichten und positiver Stimmung in der Szene gibt es nach wie vor einige Stolpersteine für Gründer – insbesondere im Hinblick auf den Kapitalzugang. Um die Finanzierungssituation der Start-ups besser nachvollziehen und abbilden zu können, hat der Startup Monitor auch untersucht, woher die befragten Start-ups bisher ihr Kapital erhielten. Den Autoren nach deuten die Ergebnisse auf eine Unterversorgung der Start-ups durch den Kapitalmarkt hin. Auch wenn oft die eigenen Ersparnisse (80,3 Prozent) oder auch Family and Friends (29,3 Prozent) als Finanzierungsquellen für die Start-up-Gründung angezapft werden, so geschieht dies laut Experten in der Regel aus Notdurft. Auf das eigene Sparkonto wird nur von 40,3 Prozent der befragten Gründer bevorzugt zurückgegriffen.

Am liebsten würden Gründerinnen und Gründer ihr Business natürlich durch staatliche Fördermittel finanzieren (51,6 Prozent), durch Business-Angels (38,5 Prozent) sowie durch Venture Capital (39,7 Prozent). Doch auch hier scheint der Zugang noch immer schwierig: Gerade einmal 39,2 Prozent der Gründer beziehen, staatliche Fördermittel, Gelder von Business-Angels nur 23,1 Prozent und Venture Capital nur 14,6 Prozent.

 

Bild: rawpixel auf Pixabay

 

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