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So steht es um die digitale Gesundheit in Deutschland



Zuerst die gute Nachricht: Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit und der Ärzte Zeitung stehen deutsche Ärzte digitalen Lösungen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Dennoch schneidet Deutschland im internationalen Vergleich schlecht ab.

Bei neuen Technologien muss der Mensch im Mittelpunkt stehen, das ist bei Digital Health-Anwendungen nicht anders. Innovative Lösungen sollten nur dann eingesetzt werden, wenn sie auch wirklich einen nachweislichen Nutzen bringen. Das können im Health-Bereich zum Beispiel Videosprechstunden und Ferndiagnosen sowie Online-Coachings und -Krankschreibungen sein, die Praxisabläufe optimieren und letztlich sowohl Ärzten als auch Patienten zugutekommen.

 

Deutschland steht auf dem vorletzten Platz

Laut Umfrage stehen deutsche Ärzte der Digitalisierung offen gegenüber. Rund 80 Prozent begrüßen Videosprechstunden und Online-Coachings, allerdings finden solche Maßnahmen in der Praxis bisher kaum statt. Das geht sowohl aus dem DAK Digitalisierungsreport 2019 als auch aus einer internationalen Vergleichsstudie der Bertelsmann-Stiftung hervor, die Deutschland beim Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen auf Rang 16 von 17 untersuchten Ländern platziert. Auf den vorderen Rängen stehen Estland, Kanada, Dänemark, Israel und Spanien. In diesen Ländern sind digitale Technologien längst in Praxen und Kliniken etabliert. Telemedizin ist selbstverständlicher Teil der Gesundheitsversorgung, die Rezeptausstellung erfolgt digital, wichtige Gesundheitsdaten werden in elektronischen Akten gespeichert, damit Ärzte und Helfer immer und überall darauf zugreifen können. Patienten müssen seltener zum Arzt und können Untersuchungsergebnisse oder Medikationspläne ganz einfach online einsehen.

 

Empfehlungen für die deutsche Gesundheitsversorgung

Was muss sich in Deutschland verändern, um international Schritt halten zu können? Wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Transformation im Gesundheitswesen seien laut Experten Entschlossenheit und Gestaltungswillen seitens der Politik sowie eine pragmatische, schrittweise Umsetzung, die sich von Verbesserungen der Versorgung und Effizienzgewinnen leiten lässt. Gleichzeitig müsse man sich um breite Akzeptanz bei Ärzten und Patienten bemühen und diese als Nutzer systematisch mehr einbeziehen. Klingt nach einer gesunden Einstellung, die jetzt nur noch in die Praxis umgesetzt werden muss.



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