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Schönere Zähne dank Augmented Reality? Co-Chief Executive Officer Patric Frank von DK-Aussteller Kapanu im Interview



Die Digitalisierung schreitet auch im Gesundheitswesen immer weiter voran und hat enormes Wachstumspotenzial.  Das Schweizer Unternehmen Kapanu mit Sitz in Zürich verspricht schönere Zähne dank Augmented Reality und zaubert Menschen so ein Lächeln ins Gesicht. Die virtuelle Anprobe neuer Zähne wird selbstverständlich auch am 6. Juni beim #DK2019 möglich sein. Wir haben mit Co-Chief Executive Officer Patric Frank gesprochen und der innovativen AR-Technologie schon mal auf den Zahn gefühlt.

 

DK: Patric, ihr habt eine AR-Technologie entwickelt, die Zahnmedizinern Behandlungsabläufe erleichtert, und versprecht schönere Zähne dank Augmented Reality. Wie genau funktioniert das und welche Vorteile bietet Kapanu?

Patric Frank: Der Wunsch nach einem schönen Lächeln ist in der heutigen Gesellschaft schon fast selbstverständlich. Für den Otto-Normalverbraucher ist das Thema Zahngesundheit oder auch Cosmetic Dentistry aber oft ein Buch mit sieben Siegeln.

Mit der App IvoSmile von Kapanu für dentales Fachpersonal wird dem Patienten ganz einfach und schnell – und unverbindlich – in einem virtuellen Spiegel gezeigt, wie er mit einem neuen Lächeln, d.h. neuen Zähnen, aussehen kann. Die Kapanu-Engine überblendet die natürliche Zahnsituation mit einer idealisierten Zahnaufstellung. Der Patient kann den Kopf bewegen und sprechen und der Behandler kann direkt erklären, welcher Behandlungsaufwand bzw. welche Kosten auf den Patienten zukommen könnten.

DK: Welche Rolle spielt die Wissenschaft für eure Arbeit?

Patric Frank: Die Wissenschaft spielt eine sehr große Rolle für unsere Arbeit! Es ist wichtig zu verstehen, dass hinter einem Vorschlag für ein neues Lächeln ein großes Stück Medizintechnik und Fachwissen stecken muss, denn neue Zähne oder ein optimiertes Lächeln haben nicht nur ästhetische Auswirkungen. Nach Abschluss der Behandlung muss auch medizinisch alles passen, damit der Patient dauerhaft zufrieden ist. Kapanu ist ein Spin-Off der ETH Zürich und das Team arbeitet eng mit Universitäten, Zahnärzten und Zahntechnikern zusammen, um die AR-Technologie fortlaufend weiterzuentwickeln. Bei der Anwendung der App ist zudem das Fachwissen der behandelnden Zahnärzte ein wichtiger Faktor. 

DK: Ihr seid jetzt schon seit einiger Zeit am Markt und habt eure Technologie des Öfteren getestet. Wie war bisher die Resonanz?

Patric Frank: Die Resonanz war sehr positiv! Begeistert waren die Anwender vor allen Dingen von der Schnelligkeit und der Möglichkeit, dass sich der Patient wirklich in Echtzeit anschauen kann. Das ist sehr viel emotionaler als beispielsweise ein zweidimensionales Bild. Zudem können Wünsche des Patienten schnell und einfach in der App umgesetzt werden. Der Dialog mit dem Patienten wird so vereinfacht - denn ein life-image sagt sehr viel mehr als 1000 Worte – und der Patient wird stärker in den Entscheidungsprozess eingebunden.  

DK: Und wie präsentiert ihr euch am 6. Juni beim #DK2019?

Patric Frank: Wir haben natürlich die aktuelle App IvoSmile mitgebracht, damit jeder Teilnehmer sich ein Bild machen kann, wie Augmented Reality auch im Gesundheitsbereich – in diesem Fall in der Zahnmedizin – sinnvoll eingesetzt werden kann. Wir sind ja alle auch Patienten, weshalb alle eingeladen sind, sich bei uns am Stand von der Technik der App, aber auch der Beratungskompetenz ein eigenes Bild zu machen.   

DK: Plant ihr, mit eurer Anwendung noch weitere Branchen zu erschließen? Oder wird der Fokus auch weiterhin auf der Dentalwelt liegen? Was sind eure Ziele?

Patric Frank: Vorläufig liegt der Fokus auf dem Dentalbereich, es sind bereits weiterführende Projekte bzw. Anwendungen in konkreter Planung. Hier gibt es noch reichlich Potenzial und viele Entwicklungsmöglichkeiten – IvoSmile ist erst der Anfang.

DK: Ihr kommt aus der Schweiz. Wie steht es um die digitale Gesundheit des Landes? Wie digitalisiert ist das Gesundheitswesen in der Schweiz im Jahre 2019 und in wie vielen Praxen kommt Kapanu bereits zum Einsatz? 

Patric Frank: Der Digital Economy and Society Index (DESI) wird jährlich durch die EU-Kommission herausgegeben und dokumentiert die Fortschritte der Digitalisierung in den Mitgliedstaaten. Die Spitzenreiter bei der Digitalisierung sind die skandinavischen Länder und die Schweiz, gefolgt von den Niederlanden, Irland, dem Vereinigten Königreich, Belgien und Estland. Deutschland und Frankreich liegen nur im Mittelfeld. Die Schweiz ist also ein innovatives Land mit einem hohen Grad an Digitalisierung. Zum Beispiel bieten Krankenkassen neben den Standard-Hausarztmodellen auch sogenannte Telemedizin an. Im Krankheitsfall kann ein Arzt via Skype kontaktiert und das Haus muss nicht extra verlassen werden. Das funktioniert allerdings noch nicht beim Zahnarzt, weshalb der Patient also noch in die Zahnarztpraxis gehen muss, wenn er eine Beratung zu neuen Zähnen haben möchte. Die Akzeptanz des digitalen Wandels ist da und viele Praxen setzen bereits in der Patientenverwaltung auf Digitalisierung, z.B. bei der Erfassung der Patientendaten mit einem iPad.
Aufgrund des hohen Lebensstandards in der Schweiz und den vergleichsweise hohen verfügbaren Einkommen gehören Zahnaufhellungen und ästhetische Zahnkorrekturen zum Standard-Repertoire eines Schweizer Zahnarztes. Wir haben festgestellt, dass die meisten Zahnärzte dem Thema Digitalisierung offen gegenüberstehen, wenn man ihnen ein Produkt wie IvoSmile vorstellt, welches ihnen ermöglicht, die Beratung modern, kompetent und unkompliziert durchzuführen. Das Interesse an IvoSmile nimmt also stetig zu und damit verbunden auch die Verkaufszahlen, aber es gibt noch viel Potenzial.

DK: Laut aktuellen Studien steht Deutschland beim Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen im internationalen Vergleich auf Rang 16 von 17 untersuchten Ländern. Dennoch stehen deutsche Ärzte dem Thema offen gegenüber. Welche Chancen und Potenziale eröffnen innovative Technologien deiner Meinung nach für das Gesundheitswesen?

Patric Frank: Innovative Technologien bieten eine Vielzahl an Chancen und Potenzialen, denn digitale Dienstleistungen sind im Kern von Ort und Zeit unabhängig; das ist bereits ein großer Vorteil. Die lebendige Start-up-Szene zeigt, dass digitale Technologien im Gesundheitswesen helfen können. Elektronische Patientenakten verhindern beispielsweise Wechselwirkungen bei Medikamenten, bei der digitalen Übermittlung von Rezepten und wichtigen Gesundheitsdaten können Ärzte und Kliniken oder beispielweise der Partner aus dem zahntechnischen Labor, der die Restaurationen fertigt – direkt darauf zugreifen. Die elektronische Gesundheitsakte ist erst ein ganz kleiner Anfang, Potenzial gibt es in der Prävention, der Diagnostik, der Telemedizin, bei Therapiemöglichkeiten und auch bei der Therapietreue. Bezogen auf den Dentalbereich, handelt es sich um eine für lange Zeit handwerklich geprägte und grundsätzlich eher klassisch geprägte Branche. Aber die Digitalisierung hat mit dem Einzug der CAD/CAM-Technologie bereits jetzt stark zugenommen.

DK: Vielen Dank für das Gespräch! Wir freuen uns auf eure Techspiel-Ecke beim #DK2019.



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